Frühjüdisches in der ältesten Überlieferung des Galaterbriefs
Frühjüdisches in der ältesten Überlieferung des Galaterbriefs Nicht zuletzt auf Grund seiner teils problematischen Wirkungsgeschichte erfährt der Galaterbrief des Paulus unablässige Aufmerksamkeit der Forschung. Dabei gerät die Ebene der textlichen Überlieferung allzu oft aus dem Blick. Doch gerade die frühste Überlieferung, namentlich in Papyrus 46, enthält Erstaunliches im Blick auf Frühjüdisches. Welche neue Aspekte ergeben sich daraus zu lange diskutierten Fragestellungen?

Prof. Dr. Thomas Schumacher von der Universität Fribourg (Schweiz) wird seine Forschung zu antijüdischen Tendenzen in der handschriftlichen Überlieferung des Galaterbriefs im Neuen Testament vorstellen und mit uns diskutieren.
Hinsichtlich seiner Israel-Theologie zählt der Galaterbrief zweifellos zu den neutestamentlichen Schriften mit einer besonders problematischen Rezeptionsgeschichte. Wie die relevanten Passagen – insbesondere solche mit antijudaistischem Gehalt – im Kontext der jüngeren paulinischen Forschung zu lesen sind, ist bekanntlich Gegenstand hochkontroverser Debatten. Forschungsgeschichtlich lassen sich diese Debatten dem ‚New Perspective on Paul‘ bzw. der ‚Paul within Judaism‘-Diskussion sowie dem ‚Parting of the Ways‘-Diskurs zuordnen, also zwei etablierten Forschungsparadigmen.
Weniger etabliert ist in diesem Kontext jedoch eine textkritische Perspektive, die den Textzeugen entsprechend Rechnung trägt. Vor diesem Hintergrund wird dieser Vortrag den Fokus auf die älteste handschriftliche Überlieferung legen, wie sie im Papyrus 46 vorliegt.
Der Vortrag findet über Zoom statt. Eine Teilnahme in Präsenz ist ebenfalls möglich in Raum 409 der Theologischen Fakultät. Den Zoom-Link erhalten Sie auf Anfrage bei Dr. Nicole Oesterreich.
Autor: Nicole Oesterreich
